Ein großer Schritt nach vorn für bekanntes Nutzfahrzeugemissions-Prüfgelände

Bus emissions test cycle engineers working in the VTEC at Millbrook Proving Ground
  • Millbrooks berühmte VTEC-Kammer (Variable Temperature Emissions Chamber) wird durch eine brandneue Prüfeinrichtung für Allrad- und Nutzfahrzeuge ersetzt, in der auch klimatisch unterschiedliche Testsituationen dargestellt werden können
  • Neues Testgelände kann auch kurzzeitige Fahrzeugtests an Bussen und LKW sowie Wasserstoff- und Elektrofahrzeugen durchführen
  • Baubeginn Anfang 2019

Millbrook erhöht seine Betriebskapazität und bietet der Nutzfahrzeugindustrie Unterstützung bei der Erfüllung der Luftqualitäts- und CO2-Ziele an. Nach erheblichen Investitionen in Prüfeinrichtungen für PKW-Emissionen strebt Millbrook auch im Nutzfahrzeugsektor die richtige Balance an.

Während es für PKW es bereits seit langem festgelegte CO2-Ziele gibt, wird nun auch darüber nachgedacht, dieses in ähnlicher Form für LKW-Hersteller umzusetzen. Das Europäische Parlament hat sich vor kurzem für die Reduzierung der CO2-Emissionen von Nutzfahrzeugen um 20% bis 2025 eingesetzt; ein Wert, der bis 2030 auf 35% steigen soll. In Anlehnung an den Ansatz für CO2-Emissionsziele für leichte Nutzfahrzeuge werden bei Nichteinhaltung der Normen und Vorschriften vieler Länder wahrscheinlich hohe finanzielle Strafen fällig. Die immer strengeren Ziele stellen eine erhebliche Herausforderung für die Industrie dar und machen einen erheblichen Umfang an Entwicklungs-, Zulassungs- und Überwachungstests nötig.

Millbrook ersetzt seine bekannte Emissionsklimakammer VTEC (Variable Temperature Emissions Chamber) durch eine brandneue Emissionsprüfanlage, die noch schwerere LKW (mit bis zu 60 Tonnen Trägheit) und Allradfahrzeuge aufnehmen kann. Die Anlage lässt sich von -30°C bis +50°C klimatisieren und wird in erster Linie dazu verwendet, Busse, Lastkraftwagen und Off-Highway-Fahrzeuge auf Emissionen, Kraftstoff- und Schmierstoffleistung und Klimaleistung zu testen. Sie ist auch dafür ausgelegt, Elektrofahrzeuge auf Energieverbrauch, Reichweite und Energieeffizienz zu testen und Fahrzeuge, die alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff, LNG und CNG verwenden, auf Reichweite, Emissionen und Kraftstoffverbrauch über einen Fahrzyklus zu prüfen.

Die neue Testanlage wird die Auswirkungen verschiedener Technologien auf die CO2-Emissionen messen, darunter Wärmerückgewinnungssysteme, Nachrüst-Emissionen/Energietechnologien sowie Getriebe- und Motoröle. Sie lässt sich dabei auf das gesamte Spektrum bestehender Programme für große Fahrzeuge anwenden, darunter das Clean Vehicle Retrofit Accreditation Scheme (CVRAS), das HGVP-Akkreditierungsprogramm von LowCVP und den UK Bus Cycle (UKBC). Die neue Anlage wird auch in der Lage sein, das gesamte Spektrum der derzeitigen Fahrzeugemissionsprüfungen durchzuführen, um festzustellen, ob ein Fahrzeug die strengen Anforderungen für Luftreinhaltungszonen in ganz Europa erfüllt, wie z.B. die Londoner Ultra Low Emission Zone (ULEZ) und die deutschen Umweltzonen sowie das französische System der Luftqualitätszertifikate Crit'Air.

Die Investition stützt sich auf Millbrooks langjährige Erfahrung bei der Emissionsprüfung von schweren Nutzfahrzeugen und wird die bisherigen klimagesteuerten Allrad-Emissionsprüfstände ergänzen, die in erster Linie für leichte Nutzfahrzeuge ausgelegt sind. Sie wird auch die Aufgaben der Halbschalldichtkammer mit ihren hochleistungsfähigen NVH-Prüffähigkeiten übernehmen wie auch die der großen Klimakammer, die bei statischen Fahrzeugen einen noch größeren Temperaturbereich abdeckt, der Achs-Prüfstände und der Prüfstrecken auf dem Testgelände von Millbrook. Letztere werden für reale Emissionsprüfungen einschließlich realer Fahremissionen genutzt.